Im Loiretal nimmt Chenin Blanc 19 % der Rebfläche ein. In Südafrika trinkt man ihn unter dem Namen Steen.
Vor einem Steen fragt man sich, ob es eine andere Traube ist. Dieser Artikel erklärt, was Chenin ist, wie er schmeckt, wo man ihn kauft und ob es wirklich dieselbe Traube ist.
Chenin Blanc von der Loire und südafrikanischer Steen: eine Rebsorte
Chenin Blanc, eine im Loiretal entstandene Rebsorte, besitzt eine lebendige Säure. Am einfachsten probiert man ihn mit dem Lourens Family Wines Skuinskap Steen oder dem Rijk’s Private Cellar Chenin Blanc.
Er bedeckt 19 % der Rebfläche im Loiretal. Trocken, halbsüß oder perlend: Er wechselt von Flasche zu Flasche.
In Südafrika ist Steen gleich Chenin Blanc: dieselbe Rebsorte, ein anderer Name. Ein Steen und ein Chenin von der Loire können unterschiedlich schmecken, deshalb vergleicht man den auf dem Etikett angegebenen Stil.
Wer ihn kaufen möchte, findet in der Chenin-Blanc-Auswahl mehrere Stile. Für den Einstieg ist ein trockener Vouvray oder Montlouis die sicherste Wahl.
Von der Loire nach Südafrika: die Geschichte einer weitgereisten Rebsorte
An der Loire heißt Chenin auch Pineau de la Loire. In Vouvray ist dieser Name noch gebräuchlich.
Die Rebsorte wird im Tal seit mindestens dem 9. Jahrhundert angebaut. Sie ist also kein Neuling. Auf einem alten Loire-Etikett bedeutet Pineau de la Loire tatsächlich Chenin.
Chenin gehört zu den ersten Reben, die 1655 am Kap ankamen. Zur Einordnung dieser Rebe bietet das südafrikanische Weinbaugebiet einen guten Anhaltspunkt.
1960 verglich der Forscher C. J. Orffer Steen-Blätter mit Chenin von der Loire und kam zu dem Schluss, dass es dieselbe Rebsorte ist. Steen ist also Chenin, und entscheidend ist der Stil.
Ein Geschmacksprofil zwischen frischer Säure und Honignoten
Chenin erkennt man zuerst an seiner lebendigen Säure, die dem Wein eine klare Frische am Gaumen gibt. In den trockenen Stilen schmeckt man vor allem Apfel und weiße Blüten.
Um mehrere trockene Weine zu vergleichen, lohnt ein Blick auf die trockenen Weißweine nach Region. Einen Chenin ohne diese Frische sollte man genau prüfen, denn ihm fehlt dann, was ihn unverwechselbar macht.
Mit Zucker verändert Chenin sein Gesicht stark, und auch das Terroir beeinflusst seine Aromen:
- Halbsüß und edelsüß: kandierte Früchte, Honig und weiße Blüten, mit einer Säure, die den Wein trotz Süße frisch hält.
- Savennières, auf Schieferhängen: Quitte, Birne, Honig und Akazie.
- Anjou-Coteaux de la Loire, auf Schiefer: animalische Noten.
- Anjou-Coteaux de la Loire, auf Kalkstein: mineralische Noten.
Vouvray, Savennières, Anjou, Saumur: die Appellationen des Chenin
Touraine: Vouvray und Montlouis
Vouvray und Montlouis-sur-Loire sind die beiden Referenzen für Chenin in der Touraine. Vouvray reicht von trocken über halbsüß bis hin zu Schaumwein und deckt damit fast jeden Geschmack ab.
Montlouis, der Nachbar von Vouvray, erzeugt ausschließlich Chenin: trockene, halbsüße oder perlende Weine. Für Kombinationen mit Meeresaromen hilft der Ratgeber Wein zu Meeresfrüchten.
Anjou: Savennières, Anjou und Coteaux du Layon
Savennières, Anjou und Coteaux du Layon ergeben nicht denselben Weinstil. Die Tabelle vergleicht sie Zeile für Zeile.
| Kriterium | Savennières | Anjou | Coteaux du Layon |
|---|---|---|---|
| Stil | Überwiegend trocken | Stille Weißweine | Süße Weißweine |
| Rebsorte | Nur Chenin | Chenin an erster Stelle, Chardonnay und Sauvignon zusammen bis 20 % | Weißweine auf Chenin-Basis |
| Was den Geschmack verändert | Überreife Trauben und günstiges Klima: halbtrocken, halbsüß oder süß | Etwas Chardonnay oder Sauvignon kann in die Cuvée einfließen | Süße ist in jedem Fall vorhanden |
Saumur: stille Weißweine und feine Perlen
Der stille Saumur ist ein Weißwein ohne Kohlensäure. Der Saumur Fines Bulles ist ein Schaumwein, und sein Name kündigt das auf dem Etikett an. Chenin steckt in beiden.
Als Aperitif trinkt man den Fines Bulles solo, ohne Begleitgericht. Zum Essen ist der stille Saumur die einfachste Wahl, besonders zu Fisch.
Für einen ersten Versuch mit Perlage ist der Fines Bulles der richtige Einstieg.
Halbsüß oder edelsüß: Der Restzucker macht den Unterschied
Restzucker ist der Zucker, der nach der Gärung im Wein verbleibt. Je mehr davon übrig ist, desto süßer der Wein: Der halbsüße (moelleux) behält weniger, der edelsüße (liquoreux) deutlich mehr.
Die Säure des Chenin gleicht diese Süße aus. Man schmeckt kandierte Früchte, Honig und weiße Blüten. Für den Einstieg ist der halbsüße Stil am leichtesten zugänglich.
Zu einer Blanquette lohnen sich die Weißweine der Loire; für die süßen Stile:
- Bonnezeaux: halbsüße oder edelsüße Weine nur aus Chenin, zu Roquefort und Walnüssen.
- Coteaux de l’Aubance: halbsüße Weine mit kandierten Früchten und Honig.
- Quarts de Chaume Grand Cru: edelsüße Weine mit kandierten Früchten und Honig.
- Zu einem Gericht mit Sauce bleibt trockener Chenin eine gute Wahl.
Der südafrikanische Steen: gleiche Rebsorte, teils andere Profile
In Südafrika wird ein als Steen etikettierter Wein aus Chenin Blanc gekeltert. C. J. Orffer stellte die Verbindung in den 1960er Jahren durch einen Vergleich der Blätter her.
Chenin bedeckt 18,4 % der südafrikanischen Rebfläche für Keltertrauben, er ist also weit verbreitet. Steen ist somit keine eigene Rebsorte: Beide Namen bezeichnen dieselbe Traube.
Ein Steen und ein Chenin von der Loire schmecken nicht immer gleich. Was sich unterscheidet, sind Lese und Terroir: Chenin kann trockene, halbsüße oder edelsüße Weine ergeben.
Für einen trockenen Steen beginnt man am besten mit den Weinen aus dem Westkap. Am aufschlussreichsten ist es, beide nebeneinander zu verkosten.
Chenin Blanc finden und seinen Stil erkennen
In Frankreich findet man Chenin vor allem an der Loire. Auf dem Etikett genügt der Name der Rebsorte oder eine Appellation, um ihn zu erkennen: Vouvray, Montlouis-sur-Loire, Savennières, Anjou, Saumur, Coteaux du Layon, Bonnezeaux.
Zu hellem Fleisch greift man zu gut strukturierten trockenen Weinen. Ein trockener Vouvray ist der einfachste Einstieg.
Um den Stil zu wählen, achten Sie auf diese drei Punkte auf dem Etikett:
- Die Angaben „sec“, „demi-sec“, „moelleux“ oder „doux“ verraten den Zuckergehalt.
- Die Appellation allein reicht nicht: Vouvray kann trocken, halbtrocken, halbsüß oder schäumend sein.
- Die Angaben „Crémant de Loire“, „Saumur Fines Bulles“ oder „Montlouis-sur-Loire“ weisen auf Perlage hin.
Chenin Blanc erkennt man an seiner lebendigen Säure, und er ergibt trockene, halbsüße, edelsüße oder schäumende Weine. Der südafrikanische Steen ist dieselbe Traube.
Bei der Wahl hilft die Zuckerangabe auf dem Etikett. Für den Einstieg ist ein trockener Vouvray oder ein Montlouis am einfachsten. Chenin überrascht alle, die ihn für süß halten.
Häufige Fragen
Welche Rebsorten sind für Weißwein von der Loire am verbreitetsten?
Die wichtigsten weißen Rebsorten der Loire sind Chenin Blanc, Melon B. und Sauvignon Blanc. Chenin ist die Rebsorte der Touraine und des Anjou, Melon B. die des Muscadet und Sauvignon die von Sancerre.
Welcher halbsüße Weißwein ist am bekanntesten?
Coteaux du Layon ist eine bekannte Appellation für halbsüße Weißweine aus Chenin. Die Weine sind süß, doch die Säure der Rebsorte hält sie frisch. Auf dem Etikett genügen der Name der Appellation und die Angabe „moelleux“, um ihn zu erkennen.
Welcher ist der beste Weißwein der Loire?
Den einen besten Weißwein der Loire gibt es nicht, denn die Wahl hängt vom gewünschten Stil ab.
Vouvray kann trocken, halbtrocken, halbsüß oder schäumend sein, Savennières ist überwiegend trocken. Am sichersten ist es, die Zuckerangabe auf dem Etikett zu lesen.
Ist Chenin Blanc lange lagerfähig?
Ja, Chenin lässt sich gut lagern, und dieses Reifepotenzial ist einer seiner Trümpfe. Seine lebendige Säure hilft ihm, die Zeit zu überdauern.
Die halbsüßen und edelsüßen Weißweine der Loire gehen noch weiter: Ihr Lagerpotenzial ist beträchtlich.
